Ein guter Firmenname entsteht selten aus einem Geistesblitz. Verlässlicher ist eine Methode in fünf Schritten: Ziel klären, Stichworte sammeln, Ideen erzeugen, Kandidaten prüfen und entscheiden. Dieser Beitrag zeigt jeden Schritt mit einem durchgerechneten Beispiel. Der Namensgenerator auf dieser Website folgt demselben Ablauf.

Schritt 1: Klären, was der Name leisten soll

Bevor Sie ein einziges Wort aufschreiben, legen Sie fest, woran Sie einen guten Namen später erkennen. Das spart Diskussionen, wenn nach zwei Stunden fünfzig Ideen auf dem Tisch liegen. Schreiben Sie drei Muss-Kriterien und drei Kann-Kriterien auf.

Typische Muss-Kriterien sind: Der Name lässt sich am Telefon ohne Nachfrage verstehen, er führt nicht in die Irre (siehe Regeln), und eine passende Domain ist verfügbar. Kann-Kriterien sind etwa ein Hinweis auf die Branche, ein Ortsbezug oder ein Klang, der zur Zielgruppe passt.

Beispiel: Schreinerei in Münster

  • Muss: am Telefon verständlich, nicht länger als 12 Buchstaben, .de-Domain verfügbar.
  • Kann: Hinweis auf Holz, Ortsbezug zu Münster, moderner Klang.

Notieren Sie außerdem, wen der Name ansprechen soll. Ein Name für Privatkundschaft im Stadtteil darf verspielter sein als einer für Geschäftskunden in mehreren Ländern.

Schritt 2: Stichworte sammeln

Stichworte sind das Rohmaterial. Sammeln Sie zehn Minuten lang Wörter in vier Gruppen und streichen Sie danach auf zwei bis fünf zusammen:

  • Material und Tätigkeit: Holz, Backen, Schrauben, Beraten.
  • Nutzen: Ruhe, Tempo, Klarheit, Sicherheit.
  • Gefühl: warm, frech, ruhig, verlässlich.
  • Ort und Herkunft: Stadtteil, Fluss, Region, Dialektwort.

Angenommen, Sie sammeln 20 Wörter. Davon behalten Sie fünf, indem Sie zwei Fragen stellen: Beschreibt das Wort meine Arbeit auch in zehn Jahren noch? Würde ich es meiner Kundschaft ohne Erklärung nennen? Für die Schreinerei bleiben zum Beispiel Holz, Licht, Werkstatt, Hand und Münster.

Schritt 3: Ideen erzeugen

Jetzt verwandeln Sie die Stichworte in Namen. Fünf Verfahren haben sich bewährt, und sie lassen sich von Hand wie mit dem Generator anwenden:

  1. Wortkombination: zwei Wörter zusammensetzen. Holz + Werk ergibt Holzwerk.
  2. Silben: den Anfang eines Wortes mit einem zweiten verbinden. Kaffee + Brot ergibt Kabrot.
  3. Kofferwort: zwei Wörter dort verschmelzen, wo sich Laute treffen. Nachbar + Kaffee ergibt Nachbaffee.
  4. Ortsbezug: einen Ort voranstellen oder anhängen. Münster + Holz ergibt Münsterholz.
  5. Lateinische und griechische Wortstämme: „lumen“ (Licht) mit einer Endung ergibt Lumora.

Rechnen Sie einmal nach, wie schnell Möglichkeiten entstehen: Drei Stichworte, kombiniert mit acht passenden Grundwörtern wie Werk, Hof, Haus oder Kontor, ergeben 24 Kombinationen. Da jede Kombination in beiden Reihenfolgen möglich ist, sind es 48 Kandidaten, von denen viele sprachlich nicht funktionieren. Sinnvoll ist deshalb, mehr zu erzeugen, als Sie brauchen, und danach streng auszusortieren. Der Generator liefert 36 Vorschläge je Durchgang und lässt sich beliebig oft neu würfeln.

Lesen Sie jeden Vorschlag laut. Namen, die Sie stolpern lassen, lassen auch Ihre Kundinnen und Kunden stolpern. Merken Sie sich ein gutes Dutzend vor, in der Merkliste des Generators oder auf Papier.

Der Stil bestimmt den Klang

Dieselben Stichworte ergeben je nach Stil ganz verschiedene Namen. Legen Sie deshalb vor dem Erzeugen fest, welchen Ton Sie treffen wollen:

  • Seriös: ruhige Grundwörter wie Kontor, Haus oder Atelier und sachliche Endungen. Passt zu Beratung, Finanzthemen und Gesundheit.
  • Modern: kurze Wörter, Endungen wie -io oder -ly und oft englische Bausteine. Passt zu Technik, Design und Onlineangeboten.
  • Verspielt: Wortspiele, Verkleinerungsformen und lautmalerische Silben. Passt zu Gastronomie, Handel und Angeboten für Familien.
  • Regional: Ortsnamen, Landschaftswörter und Begriffe wie Hof, Tor oder Mühle. Passt zu Betrieben, die vor Ort verwurzelt sind.

Beispiel: Aus fünf Stichworten werden zwölf Favoriten

Die Schreinerei startet mit den Stichworten Holz, Licht, Werkstatt, Hand und Münster. Im Stil „Regional“ erzeugt sie 36 Namen, im Stil „Modern“ weitere 36. Aus beiden Durchgängen merkt sie sich je sechs Favoriten, zusammen zwölf. Das ist eine gute Menge: genug Auswahl, um nicht beim ersten Treffer stehen zu bleiben, und wenig genug, um alle gründlich zu prüfen.

Beispiele für zehn Branchen mit dem Muster hinter jedem Namen finden Sie unter Namensideen nach Branche. Wechseln Sie ruhig mehrfach den Stil. Oft zeigt sich erst im Vergleich, welcher Klang zu Ihnen passt, und manchmal entsteht die beste Idee, wenn Sie das Ergebnis eines anderen Stils leicht abwandeln.

Schritt 4: Kandidaten prüfen

Die Prüfung läuft in drei Stufen, vom schnellen zum aufwendigen Test:

  1. Sprechprobe und Schreibprobe: Sagen Sie den Namen am Telefon, lassen Sie ihn aufschreiben. Falsch geschriebene Namen sind schlechte Adressen.
  2. Eindeutigkeit: Suchen Sie den Namen im Web und in den sozialen Netzwerken. Treffen Sie dort viele gleichnamige Unternehmen, sollten Sie weitersuchen.
  3. Register: Handelsregister, Markenregister von DPMA und EUIPO sowie die Domain. Die Schritte mit Links stehen in der Prüfliste. Neue Firmen müssen sich nach § 30 HGB von eingetragenen Firmen am selben Ort deutlich unterscheiden.

Angenommenes Zahlenbeispiel

Sie haben 12 von 72 Vorschlägen gemerkt. Die Sprechprobe streicht vier, die Schreibprobe zwei, die Web- und Registersuche weitere drei. Es bleiben drei Kandidaten. Das ist ein gutes Ergebnis, denn jetzt lohnt sich ein genauer Vergleich.

Schritt 5: Entscheiden und festhalten

Für die Entscheidung hilft eine einfache Bewertung. Vergeben Sie für jedes Kriterium 1 bis 5 Punkte und addieren Sie. Die Punkte in der Tabelle sind ein Beispiel, die Domain-Verfügbarkeit ist dabei angenommen:

Beispielhafte Bewertung von drei Namenskandidaten nach fünf Kriterien
KriteriumHolzlichtHolzwerkLumora
Aussprache554
Aussagekraft452
Domain verfügbar345
Abstand zu anderen435
Merkbarkeit444
Summe202120

Die Summen liegen eng beieinander, und genau das ist nützlich: Wenn Kandidaten nahezu gleichauf liegen, entscheidet das Kriterium, das Ihnen am wichtigsten ist. Für die Schreinerei wäre das die Aussagekraft, also Holzwerk. Halten Sie Ihre Entscheidung schriftlich fest, mit Datum der Recherche und den Suchergebnissen. Wenn später jemand Rechte an dem Namen geltend macht, können Sie zeigen, wie sorgfältig Sie vorgegangen sind.

Sichern Sie danach zügig die Domain und die Profilnamen. Wie es weitergeht, steht im Beitrag Nach dem Namen: Domain, Logo, Website.

Wie viel Zeit Sie einplanen sollten

Ein Rechenbeispiel mit angenommenen Werten für drei Kandidaten:

Angenommener Zeitaufwand für die fünf Schritte der Namenssuche
SchrittAufwand
1. Kriterien klären1 Stunde
2. Stichworte sammeln0,5 Stunden
3. Ideen erzeugen2 Stunden
4. Prüfen (3 Kandidaten × 1,5 Stunden)4,5 Stunden
5. Entscheiden und dokumentieren1 Stunde
Summe9 Stunden

Das ist gut ein Arbeitstag, am besten verteilt auf eine Woche, damit die Favoriten zwischendurch ruhen können.

Was tun, wenn kein Name überzeugt?

Manchmal liegen am Ende drei durchschnittliche Kandidaten auf dem Tisch. Das ist kein Scheitern, sondern ein Hinweis, dass die Ausgangslage noch zu eng oder zu vage ist. Gehen Sie dann einen Schritt zurück: Tauschen Sie zwei der Stichworte aus, wechseln Sie den Stil oder die Sprache, oder erhöhen Sie die gewünschte Länge. Oft genügt ein einziges neues Stichwort, etwa ein Gefühl statt eines Materials, damit eine ganz andere Gruppe von Namen entsteht. Legen Sie die Liste außerdem für einen Tag beiseite. Mit etwas Abstand erkennen Sie schneller, welche Namen tragen und welche nur beim ersten Lesen gefallen haben.

Häufige Fehler bei der Namenssuche

  • Zu früh verlieben: Wer einen Namen schon auf Schilder gedacht hat, prüft nicht mehr kritisch.
  • Nur die Domain prüfen: Eine freie Adresse ersetzt weder Register- noch Markenprüfung.
  • Zu viel versprechen: Wörter wie „Institut“ oder „Meisterbetrieb“ können irreführen, wenn sie nicht zutreffen. Die Regeln erklären, worauf es ankommt.
  • Zu eng denken: Ein Name, der nur ein heutiges Angebot beschreibt, wird bei jeder Erweiterung zum Hindernis.
  • Niemanden fragen: Zeigen Sie die Favoriten drei Menschen aus der Zielgruppe und fragen Sie, was sie darunter erwarten.

Checkliste: Ist Ihr Name bereit?

  • Muss- und Kann-Kriterien sind aufgeschrieben.
  • Zwei bis fünf Stichworte stehen fest.
  • Mehrere Verfahren wurden ausprobiert, nicht nur eines.
  • Der Name ist laut gelesen, am Telefon gesagt und aufgeschrieben worden.
  • Web, soziale Netzwerke, Handelsregister und Markenregister sind geprüft.
  • Domain und Profilnamen sind verfügbar oder bewusst anders gewählt.
  • Der Name führt nicht in die Irre und passt zur Rechtsform.
  • Die Entscheidung ist mit Datum und Ergebnissen dokumentiert.

Häufige Fragen

Wie lange dauert es, einen Firmennamen zu finden?

Die Ideensuche kostet im Zeitplan oben etwa zweieinhalb Stunden, die Prüfung je Kandidat ein bis zwei Stunden. Bei drei Kandidaten sind das drei bis sechs Stunden zusätzlich. Verteilen Sie die Arbeit auf mehrere Tage, damit die Favoriten ruhen können.

Wie viele Namen sollte ich in die engere Wahl nehmen?

Drei bis fünf Kandidaten sind sinnvoll. Weniger lässt keine Wahl, mehr macht die Prüfung mühsam und die Entscheidung schwerer.

Reicht es, wenn die Domain frei ist?

Nein. Eine freie Domain sagt nichts darüber, ob der Name als Firma eingetragen werden kann oder Rechte anderer berührt. Prüfen Sie zusätzlich Handelsregister und Markenregister.

Darf ich den Namen später noch ändern?

Grundsätzlich ja, aber jede Änderung kostet: neue Schilder, neue Drucksachen, eine neue Adresse und den Verlust von Bekanntheit. Eine gründliche Prüfung vorab ist deshalb günstiger.

Soll der Name meinen Familiennamen oder meinen Ort enthalten?

Ein Ortsbezug schafft Nähe, bindet den Namen aber an den Standort. Ein Familienname ist unverwechselbar, bleibt aber auch dann am Betrieb hängen, wenn Sie ihn später übergeben oder verkaufen.

Quellen und Stand

Rechtsangaben in diesem Beitrag sind allgemeine Information und keine Rechtsberatung. Die Gesetzestexte wurden am 10. Oktober 2026 auf gesetze-im-internet.de abgerufen; dort steht stets die aktuelle Fassung.

  • § 30 HGB – Unterscheidbarkeit neuer Firmen am selben Ort. Handelsgesetzbuch, Stand: zuletzt geändert durch Art. 4 G v. 4.2.2026 (BGBl. 2026 I Nr. 33).
  • § 18 HGB – Kennzeichnungseignung, Unterscheidungskraft und Irreführungsverbot. Handelsgesetzbuch, Stand: zuletzt geändert durch Art. 4 G v. 4.2.2026 (BGBl. 2026 I Nr. 33).
  • § 15 MarkenG – Rechte des Inhabers einer geschäftlichen Bezeichnung. Markengesetz, Stand: zuletzt geändert durch Art. 14 G v. 20.5.2026 (BGBl. 2026 I Nr. 152).